Daniel Treue

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Über Daniel Treue

Daniel Treue absolvierte eine Ausbildung zum Anlagenmechaniker bei der BEWAG/Vattenfall. Er fing als Instandhalter in einem Kraftwerk an, qualifizierte sich dann zum Kesselwärter, Ausbilder und Kraftwerker. Heute ist er Kraftwerksmeister und Schichtleiter im Biomasse-Heizkraftwerk Märkisches Viertel und führt ein Team von fünf Mitarbeitern.

„Bei Vattenfall fängt man unten an und hat die Möglichkeit, sich hochzuarbeiten. Ich bin das beste Beispiel. Nach der Ausbildung zum Anlagenmechaniker habe ich als einfacher Schlosser in der Werkstatt angefangen. Heute bin ich Kraftwerksmeister und Schichtleiter im Biomasse-Heizkraftwerk Märkisches Viertel.

Unsere Anlage betreiben wir mit Biomasse, also einem nachwachsenden Rohstoff. Holzhackschnitzelwerke gibt es überall, aber unseres ist relativ groß. Wir machen 34 Tonnen Dampf mit dem Biomassekessel, 7,4 Megawatt elektrisch bei Hochleistung. Es werden Baumabfälle verwertet, die nicht mehr verarbeitet werden, und Holzhackschnitzel aus Kurz-umtriebspflanzen, also extra zu diesem Zweck angepflanzten Bäumen. Es ist schon was Besonderes, in so einer Anlage zu arbeiten. Die meisten arbeiten bei Kohle-, Gas- oder Müllkraftwerken. Wenn man erzählt, man arbeitet im Biomasse-Kraftwerk, wo Energie aus nachwachsenden Rohstoffen gewonnen wird – das ist richtig was Gutes.

Aufgrund meiner Entwicklung – ich bin ja von der Instandhaltung in den Fahrbetrieb gewechselt und dann noch in die Führungsrolle geschlüpft – ist das Handwerkliche etwas in den Hintergrund getreten. Aber bei bestimmten Arbeiten lege ich auch Hand an. Die Kollegen wissen es zu schätzen, wenn der Vorgesetzte mit anpackt. Bei bestimmten Störungen wird ja auch jede Hand gebraucht.

Mittlerweile arbeite ich fast 14 Jahre im Schichtbetrieb. Ich komme mal mehr, mal weniger gut zurecht. Die Früh- und Spätschichten sind okay, die Nachtschichten sind manchmal anstrengend. Wenn man am Tag schläft – gerade im Sommer, wenn es warm ist – das darf man nicht unterschätzen. Viele schreckt die Schichtarbeit ab, auch die Wochenend- und Feiertagsschichten. Damit muss ja auch die Familie zurechtkommen, dass man Weihnachten im Kraftwerk sitzt. Aber Schichtarbeit hat auch Vorteile: Man hat unter der Woche einige Tage frei und kann auch mal vormittags Termine wahrnehmen.

Ich bin verheiratet und hab zwei Kinder, da bleibt nicht viel Freizeit. Seit über vier Jahren bin ich bei der Freiwilligen Feuerwehr. Ich dachte mir: „Ich hab gelernt, wie ich Feuer mache. Jetzt will auch lernen, wie ich’s ausmache.“ Außerdem habe ich Haus und Hof. Dort versuche ich, alles selbst zu machen. Handwerklich gibt’s ja immer was zu tun. Neulich habe ich ein neues Tor gebaut für den Hühnerstall meines Vaters. Ich hab ja mal Metallverarbeitung gelernt – das kommt mir dann zugute.“

Berufsweg

Nach dem Tod meines Schichtführers übernahm ich seine Aufgaben. Letztes Jahr habe ich meinen Kraftwerksmeister fertiggemacht und jetzt bin ich Schichtleiter. Ich bin für mein Team aus fünf Mann verantwortlich. Das heißt, ich koordiniere die Störungsbehebung in unserem Werk und in den uns unterstellten dezentralen Anlagen, führe die Personal- und Entwicklungsgespräche durch sowie die Fahrweise der Anlage, immer unter Berücksichtigung des Energiemarktes.
In jenem Jahr wurde das Fernheizwerk wieder von der Mutterfirma Vattenfall übernommen, inklusive des gesamten Personals. Im selben Jahr wurde der Biomassekessel fertiggestellt, wo wir dann Dampf und auch Stromproduktion gemacht haben. Ich habe dann den Kraftwerker gemacht. Als Kesselwärter darf man nur Warmwassererzeuger betreuen – als Kraftwerker hingegen darf man Kraftwerksanlagen fahren, also Dampferzeuger, Turbine.
Damals war ich auch Schichtspringer. Das bedeutet, wenn Not am Mann war, bin ich eingesprungen. Ich habe dann meinen Kesselwärter gemacht – damals waren dort Gaskessel – und erste Schichterfahrungen auf dem Leitstand gesammelt. Dann habe ich den Ausbilderschein gemacht und bis 2012 diverse Azubis begleitet.
Als ich meine Ausbildung beendet habe, war aus der BEWAG Vattenfall geworden. Ich kam dann nach Lichterfelde ins Kraftwerk – als Instandhalter in der Werkstatt. Dort habe ich alle Reparaturarbeiten erledigt, die angefallen sind. Allerdings war mein Arbeitsvertrag auf ein Jahr befristet und es war keine Planstelle mehr vorhanden, um mich zu übernehmen. Ich konnte aber ins Fernheizwerk im Märkischen Viertel wechseln.
Eigentlich wollte ich Chemielaborant werden, aber dann kam von meinen Eltern der Tipp, dass ich mich auf verschiedene Berufe bewerben sollte. Ich habe mich dann als Elektriker bei der BEWAG beworben. Beim Einstellungstest hieß es: Hätten Sie auch Interesse, Anlagenmechaniker zu werden? Ich wusste erst gar nicht, was das ist. Ich habe mich dann belesen, was man da so macht, das Vorstellungsgespräch absolviert und dann den Ausbildungsplatz bekommen: als Anlagenmechaniker für Versorgungstechnik. Auch das Ausbildungsgehalt war attraktiv – woanders hätte ich die Hälfte bekommen. Das war natürlich auch Teil meiner Überlegungen.